Was ist im Wasser?

Wasserkreislauf

Schauen wir uns einmal den natürlichen Wasserfluss an.

Wasser verdunstet, steigt auf und kommt als Regen wieder zur Erde zurück.  Der Regen versickert in der Erde und sammelt sich in unterirdischen Wasseradern. Kein Tropfen geht verloren. Es findet der natürliche Reinigungs- und Energetisierungsprozess statt.

Tritt das Wasser in einer naturbelassenen Quelle hervor, ist es von Natur aus rein und vital.

Leider ist der Genuss von naturbelassenem Quellwasser ein seltenes Gut.

Wasserqualität

Man findet reinstes Wasser noch im Hochgebirge, wie z.B. in Neuseeland oder in den Schweizer Hochalpen.

Dieses Wasser aus artesischen Quellen, vom Mensche unberührte Natur, begründet unseren Anspruch an Trinkwasser.

Es gibt vorausschauende Wissenschaftler, die sagen, unser Wasser kann sich heute aus eigener Kraft nicht mehr regenerieren, so stark ist es bereits mit Schadstoffen belastet. Hier sind in erster Linie die Schadstoffbelastungen aus Abgasen und Gifteinträgen der Industrie und Landwirtschaft, aber auch aus privaten Haushalten zu nennen.

Die Trinkwasserverordnung

Die Überprüfung des Trinkwassers ist eine verantwortungsvolle Aufgabe.

Im Wasser können bis zu 2.000 unterschiedliche Substanzen und Stoffe enthalten sein. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, dass 200 Stoffe wegen ihrer Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit geprüft werden  sollten. Nach der deutschen Trinkwasserverordnung müssen weitaus weniger Substanzen auf die festgelegten Grenzwerte überprüft werden. Bei Mineralwässern sind dies sogar noch weniger Stoffe.

Viele der im Wasser enthaltenen Substanzen und Stoffe werden überhaupt nicht geprüft.

Kritische Belastungen

1. Arzneimittelrückstände

Arzneimittel sind in unserer Gesellschaft unverzichtbar geworden. Ihr Vorkommen birgt aber auch Risiken für unsere Umwelt. Es erfolgt eine zunehmende Belastung des Oberflächenwassers, Grundwassers und vereinzelt des Trinkwassers. Gerade die demographische Entwicklung zu immer älteren Gesellschaften wird künftig den Konsum weiter verstärken.

Ein Großteil der Arzneimittelwirkstoffe gelangt über Ausscheidungen in den privaten Haushalten in die Gewässer. In Deutschland wurden über 100 aus über 3.000 Stoffen in den Gewässern nachgewiesen. Die restlichen Stoffe kommen entweder noch nicht vor, es fehlen Techniken zum Nachweis, oder sie werden mit veränderter Struktur ausgeschieden, hier fehlt es jedoch an Wissen um Gefahren abschätzen zu können.

Die stoffliche Vielfalt und das Fehlen von aussagekräftigen Langzeitstudien begrenzen unseren Wissensstand. Arzneimittelwirkstoffe gehören zu den humantoxikologisch am besten untersuchten Substanzen. Laut Experten können heute akute Gesundheitsgefährdungen durch den Konsum durch belastetes Trinkwasser ausgeschlossen werden. Chronische Effekte durch den Konsum von extrem kleinen Dosen durch die lebenslange Aufnahme sind jedoch bisher unbekannt. Genauso wie Effekte durch Gemische von Stoffen mit ähnlichen Wirkungsmechanismen ( „Cocktaileffekte“) sind unbekannt und erschweren eine fundierte Risikoabschätzung. Wir sehen daher schon heute Handlungsbedarf.

Quelle: Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) GmbH Projekt start

2. Belastungen aus der Landwirtschaft

Insbesondere in landwirtschaftlich genutzten Gebieten ist unser Grundwasser oft großen Belastungen ausgesetzt, verursacht durch die intensive Bodennutzung.

Ein Risiko besteht durch Pflanzenschutzmittel wie Fungizide, Herbizide und Insektizide und kann sowohl bei dem Genuss von Lebensmitteln als auch durch Rückstände im Wasser entstehen. Für einige Pflanzenschutzmittel gibt einen Grenzwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter und die Gesamtsumme von Rückständen mehrerer Pflanzenschutzmittel darf 0,5 Mikrogramm pro Liter nicht überschreiten. Überwacht werden müssen dabei nur solche Pflanzenschutzmittel, deren Vorhandensein in einer bestimmten Wasserversorgung wahrscheinlich ist. Eine Gefahr für Mensch und Umwelt wird speziell bei Chemikalien erwartet, die auf das Hormonsystem einwirken. Nicht nur das Fortpflanzungssystem sondern auch das Schilddrüsen-, Nerven- und Immunsystem können negativ beeinflusst werden.

Es ist jedoch umstritten welche Risiken für die Gesundheit bestehen, selbst wenn Grenzwerte unterschritten werden. Einerseits die Mehrfachbelastung (gleichzeitige Aufnahme aus Lebensmitteln und Trinkwasser) andererseits die lebenslange Aufnahme kritisch.

Quelle: Institut für soial-ökologische Forschung (ISOE) GmbH Forschungsprojekt start2

Neben Pflanzenschutzmittel wird auch Wirtschaftsdünger in beträchtlichen Mengen auf die Felder verteilt. In der EU gehört Deutschland zu den größten Verursachern von Nitrat im Trinkwasser durch Kot und Urin aus der Massentierhaltung. Die daraus resultierende Gülle wird auf die Felder gekippt. Was die Pflanzen nicht aufnehmen, landet in Bächen, Flüssen, Seen und auch im Grundwasser. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sieht deswegen eine langfristige Aufnahme von größeren Mengen an Nitrat als problematisch an. Der Stoff kann beim Menschen Krebs auslösen. Zudem kann Nitrit für Säuglinge in den ersten Lebensmonaten ein akutes gesundheitliches Risiko darstellen. Nitrit stört den Sauerstofftransport und kann zu Sauerstoffmangel in den Geweben bis hin zur inneren Erstickung führen.

Quelle: ZDF, SZ,  BfR, BDEW

3. Die Grauzone Stagnationswasser

Unser Trinkwasser wird ständig kontrolliert und muss viele Qualitätsanforderung erfüllen. Was viele jedoch nicht wissen: Für die Hausinstallation sind die Haus- und Wohnungsbesitzer selbst verantwortlich. Die Hausinstallation umfasst wohnungseigene Rohrleitungen, Einbauten und Armaturen einschließlich Wasserhähne.

Um jegliche unnötige Aufnahme von Stoffen aus der Hausinstallation zu vermeiden, spricht das Umweltbundesamt folgende Empfehlung aus:

Trinkwasser, das länger als vier Stunden in der Trinkwasser-Installation „stagniert“ – also gestanden hat, sollte grundsätzlich nicht zur Zubereitung von Speisen und Getränken genutzt werden. Auf jeden Fall ist solches Stagnationswasser zur Verwendung die der Ernährung von Säuglingen ungeeignet.

Stagniert also Wasser, kann es Inhaltsstoffe des Materials  (wie Kupfer und Blei) der Leitungen und metallische Korrosionsprodukte aufnehmen. Auch kann nach längerer Zeit das Wasser verkeimen, d.h. mikrobielle Einflüsse aus Biofilmen, Ansiedlung von Bakterien in den Leitungsrohren, bilden sich.

Quelle: Umweltbundesamt

4. Keime und Bakterien

Unser Trinkwasser ist nicht frei von Bakterien, Keimen und Viren selbst nach der Aufbereitung. Diese sind jedoch meist harmlose Bewohner unserer Rohrleitungen. Sie vermehren sich insbesondere in Ablagerungen und Biofilmen an den Rohrinnenwänden. Insbesondere in Leitungen mit geringer Durchströmung vermehren sich diese schnell und Stagnation gilt als Hauptursache für Keime im Trinkwasser.

Grundsätzlich wird unser Wasser durch die gegebenen Sandschichten gereinigt bevor es wieder gewonnen wird. Je länger dieser Weg dauert, umso grundsätzlich besser ist es. Kritische Quellen sind Kuhdung, menschliche Fäkalien oder Kot von Hunden oder Katzen. Bei starken Regen gelangen diese in unser Wasser.

In Deutschland und Österreich kennt man dann das daraus resultierende Problem – Coli-Bakterien im Trinkwasser. Diese können unterschiedliche Symptome hervorrufen, meist ist der Magen- Darm-Trakt von den Auswirkungen betroffen. So können Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Magenschmerzen auftreten. In den Medien gibt es regelmäßig Warnungen, dass das Leitungswasser verunreinigt ist. Das Leitungswasser hat bei Vorliegen einer derartigen Kontamination keine Trinkwasserqualität mehr.

Eine weitere noch unabsehbare Gefahr sind sogenannte Antibiotikakeime und resistente Bakterien im Abwasser. Deren sogenannten Resistenz-Gene können sich an harmlose Bakterien „anheften“ und durch das Trinkwasser in die Darmflora des Menschen geraten. Die denkbare Folge wäre, dass auch beim Menschen Antibiotika nicht mehr wirkt.

Quelle: ARD